{"id":22,"date":"2015-01-09T17:32:27","date_gmt":"2015-01-09T17:32:27","guid":{"rendered":"http:\/\/mo-fontaine.de\/?page_id=22"},"modified":"2015-01-30T07:28:24","modified_gmt":"2015-01-30T07:28:24","slug":"fische","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/mo-fontaine.de\/?page_id=22","title":{"rendered":"Fische"},"content":{"rendered":"<p>Fische &#8211; jene Lebewesen aus dem <strong>Element Wasser<\/strong> &#8211; \u00fcben auf uns Menschen seit jeher eine gro\u00dfe Faszination aus. Sie sind sch\u00f6n anzuschauen mit ihrer stromlinienf\u00f6rmigen Gestalt und der fremdartigen Farbigkeit ihrer Au\u00dfenhaut.<br \/>\nIn Aquarien gelten Fische f\u00fcr manche Zeitgenossen vielleicht sogar als lebendig-schillernde Skulpturen oder <strong>Perpetuum Mobiles<\/strong> in einem geheimnisvollen blauen Farbraum.<\/p>\n<p>Unsere Mitgenossen, die Tiere, oftmals von uns Menschen aus unserer pers\u00f6nlichen, bewussten Welt vertrieben und ausgegrenzt, sind dennoch pr\u00e4sent: Sie wohnen unausl\u00f6schbar in uns: In Tr\u00e4umen und in Bildern sind sie Gleichnisse f\u00fcr unsere innere Gestalt.<br \/>\nFische gelten seit uralten Zeiten als Fruchtbarkeitssymbol. Dass man freitags Fisch isst, geht letztendlich auf Venus bzw. Ischtar, die babylonische Fischg\u00f6ttin, zur\u00fcck.<br \/>\nFische symbolisieren ein Leben aus der Tiefe unserer Seele und Gef\u00fchle, denn Fische leben, in Analogie dazu, in den Tiefen des Wassers. Sich \u201ewie ein Fisch im Wasser\u201c f\u00fchlen bedeutet, in seinem Element, in seiner Mitte zu sein.<br \/>\nDas Merkmal der Fische ist die Totalit\u00e4t, da sie g\u00e4nzlich von Wasser umgeben sind, jenem flie\u00dfenden Element, das f\u00fcr unsere Gef\u00fchlswelt steht.<\/p>\n<p>Fische schlafen \u00fcbrigens mit offenen, lidlosen Augen und bleiben so immer empf\u00e4nglich f\u00fcr die Au\u00dfenwelt. Daher stehen sie als Metapher und Traumsymbol f\u00fcr eine hohe Sensibilit\u00e4t .<br \/>\nIn der analytischen Psychologie stehen Fische f\u00fcr den Gef\u00fchlsbereich der Sexualit\u00e4t. Nach C.-G. Jung stehen sie zugleich f\u00fcr Gedanken und Ahnungen, die aus dem Unbwussten aufsteigen.<\/p>\n<p>Aber Fische sind auch kalt und unfassbar: Ans Land gesp\u00fclt und ihres feuchten Elements beraubt m\u00fcssen sie im Sinne eines <strong>Memento Mori<\/strong> sofort sterben und vergehen.<\/p>\n<p>[Best_Wordpress_Gallery id=&#8220;14&#8243; gal_title=&#8220;Fische&#8220;]<\/p>\n<h5>\u00a0Fishing for complicity<\/h5>\n<p>Sch\u00f6ne Augen, gro\u00dfe Augen, aber nicht attraktiv, sondern hypnotisch. Auch um die Farben, die sich magisch sch\u00f6n ineinander weben, braucht sich Monika Fontaine nicht zu k\u00fcmmern. Das Natursch\u00f6ne ihrer Fische wirkt aus sich, zieht in sich. Das ganze passt so wunderbar ins Ambiente, fast in jedes: Ton in Ton, gedeckte Farbe. Es schleicht sich ein in jeden Alltag, in jede Wellness, in jedes Wohnzimmer.<\/p>\n<p>W\u00e4ren da nicht die Augen. Das ist Drama. Das macht aus diesen trockengelegten Sch\u00f6nheiten vanitas pur, das macht sie zu Opfern und zur Quintessenz von Verg\u00e4nglichkeit. Wer h\u00e4tte gedacht, dass es daf\u00fcr keiner \u00fcppigen Arrangements von Niederl\u00e4ndern bedarf, sondern blo\u00df eines Augenblicks, aus dem Auge eines Fischs?<\/p>\n<p>Das sind nur zwei der wesentlichen Dimensionen von Fontaines Kunst: Die eine l\u00e4dt ein: Symmetrie, Halbprofil, Ton in Ton und Harmonie. Die andere Seite aber st\u00f6rt, l\u00e4sst nichts davon genie\u00dfen, kippt die Deko ins Erlebnis. Wer genauer hinschaut, sieht noch mehr: Fontaine malt nicht gegenst\u00e4ndlich, sie malt abstrakt. Es gibt zwar Farbe und Form, aber es gibt kein Oben, kein Unten, es gibt keine Tiefe, und es gibt doch den Zoom, der so nah ist, wie man es in der Natur niemals wagen w\u00fcrde. Natur kennt Fische anders. Wir kennen sie anders. Wir bestaunen sie hinter Glas (im Aquarium), oder zigfach anonymisiert auf Eis im Laden. Aber so nahe, so nahegehend?<\/p>\n<p>Ein Fisch hat nicht viel zu bieten. Meister der Pferdemalerei wie Kr\u00fcger, Herring, Wouwerman h\u00e4tten nicht viel Spa\u00df an ihnen gehabt, keine Muskulatur, keine Performance, kein Individuum, kein Wertobjekt, nur Plattheit, Gr\u00e4ten und Schillern. Jeder Fisch ist blo\u00df Fisch, und stets einer von vielen. Wie die vielen Betrachter davor. Die schauen auch intensiv, auf der Suche nach guter Kunst, nach neuen Erfahrungen, vergessen ihr Selbst und finden es leider doch nicht wieder bei so vielem, was sich Kunst nennt und keine ist.<\/p>\n<p>Fontaine wandelt diese Fische in Pers\u00f6nlichkeiten, sie spiegeln die Betrachter, und das ohne Grinsen der Gioconda. Ein Fisch l\u00e4chelt nicht. Wie wir, wie so viele, die nicht in Best- und Portr\u00e4tlaune sind.<\/p>\n<p>Aber er hat Magie: sein Blick trifft, h\u00e4lt fest, erinnert, weckt. Was braucht man, was will man mehr von Kunst?<\/p>\n<p>Joachim Fontaine<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fische &#8211; jene Lebewesen aus dem Element Wasser &#8211; \u00fcben auf uns Menschen seit jeher eine gro\u00dfe Faszination aus. Sie sind sch\u00f6n anzuschauen mit ihrer stromlinienf\u00f6rmigen Gestalt und der fremdartigen Farbigkeit ihrer Au\u00dfenhaut. 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