{"id":24,"date":"2015-01-09T17:32:41","date_gmt":"2015-01-09T17:32:41","guid":{"rendered":"http:\/\/mo-fontaine.de\/?page_id=24"},"modified":"2023-01-27T17:48:58","modified_gmt":"2023-01-27T17:48:58","slug":"frue%c2%81chte-und-gemue%c2%81se","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/mo-fontaine.de\/?page_id=24","title":{"rendered":"Fr\u00fcchte und Gem\u00fcse"},"content":{"rendered":"<p class=\"western\">Sinnlich, voller Opulenz, kraftstrotzend-diesseitig und geerdet sollen meine Fr\u00fcchtestillleben auf den Betrachter wirken.\u00a0Manchmal liefert sich eine Frucht ein regelrechtes <b>Farbenduell<\/b> mit den sie umgebenden anderen Fr\u00fcchten oder sie umfangenden Geschirrteilen oder Tapeten, Tischt\u00fcchern und dergleichen. Hier m\u00f6chte ich nat\u00fcrlich <b>Paul C\u00e9zanne<\/b> nennen, der mich mit seiner Gestaltungsregel der \u201e<b>Modulation<\/b>\u201c inspiriert hat, innerhalb eines einzelnen Formgef\u00fcges souver\u00e4n von kalten in Richtung warme Farben zu modulieren.<\/p>\n<p class=\"western\">Ein bewusster Umgang mit den <b>Farbkontrasten<\/b> steigert die Wirkung eines jeden Stilllebens: der bereits erw\u00e4hnte <b>Kalt-Warm-Kontrast <\/b>ebenso wie der Komplement\u00e4r-Kontrast: <b>Vincent van Gogh<\/b> absorbierte die bildnerischen Mittel des japanischen Farbholzschnittes, auch andere Pioniere der klassischen Moderne machten den <b>Komplement\u00e4r-Kontrast<\/b> zu ihrem wichtigsten Stilprinzip.<\/p>\n<p class=\"western\">Gerne verwende ich perspektivische Tools der klassischen Moderne, wie zum Beispiel eine <b>\u00fcbersteigerte Perspektive<\/b>, die ins Fl\u00e4chenhafte umzukippen droht. Ebenso vermeide ich durch eine krasse Draufsicht erfolgreich eine unn\u00f6tige Raumtiefe. Denn Perspektive in Bildkompositionen ist streng genommen eine L\u00fcge! Ich versuche in meinen Kompositionen eher, farbige Teilfl\u00e4chen in Spannung zueinander zu setzen.<\/p>\n<p class=\"western\">Paul C\u00e9zannes Postulat von der Kunst als einer Sch\u00f6pfung \u201e<b>parallel zur Natur<\/b>\u201c hat einen tiefen Eindruck bei mir hinterlassen: Wer ein Bildmotiv genauer erfassen will, sprich ein naturalistisch-genaues Abbild machen m\u00f6chte, sollte lieber zum Fotoapparat greifen.<\/p>\n<p class=\"western\">Als Malerin nehme ich mir viele gestalterische Freiheiten heraus: So deute ich die \u201e<b>Stofflichkeit<\/b>\u201c meiner Fr\u00fcchte manchmal mutwillig um und verfremde ihre Anmutung: Ich stelle ich mir zum Beispiel vor, dass ein gesch\u00e4lter Apfel eine kleine Holzskulptur sein k\u00f6nnte, die Schale eines Granatapfels aus Papier oder Glas best\u00fcnde. Eine Quitte interpretiere ich zum Beispiel kurzerhand als einen weiblichen R\u00fcckenakt.<\/p>\n<p class=\"western\">Auf diese Weise entstehen \u00fcberraschende Anmutungsqualit\u00e4ten voller Sinnlichkeit, die den Betrachter vielleicht verf\u00fchren werden \u2013 zu einem Augenschmaus.<\/p>\n<p class=\"western\"><b>Marcel Proust<\/b> kommentierte einst:<\/p>\n<p class=\"western\">\u201e<i>Von Chardin haben wir gelernt, dass eine Birne so lebendig wie eine Frau, dass ein gew\u00f6hnlicher Tonkrug so sch\u00f6n wie ein Edelstein ist. Der Maler proklamiert die g\u00f6ttliche Gleichheit aller Dinge \u2013 vor dem Geist, der sie betrachtet, vor dem Licht, das sie versch\u00f6nt.\u201c<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sinnlich, voller Opulenz, kraftstrotzend-diesseitig und geerdet sollen meine Fr\u00fcchtestillleben auf den Betrachter wirken.\u00a0Manchmal liefert sich eine Frucht ein regelrechtes Farbenduell mit den sie umgebenden anderen Fr\u00fcchten oder sie umfangenden Geschirrteilen oder Tapeten, Tischt\u00fcchern und dergleichen. 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