{"id":294,"date":"2015-02-01T15:45:22","date_gmt":"2015-02-01T15:45:22","guid":{"rendered":"http:\/\/mo-fontaine.de\/?page_id=294"},"modified":"2023-02-04T10:13:59","modified_gmt":"2023-02-04T10:13:59","slug":"gemaelde","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/mo-fontaine.de\/?page_id=294","title":{"rendered":"Gem\u00e4lde"},"content":{"rendered":"\r\n<h3>Abstraktion<\/h3>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><a href=\"https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Rot_04.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-709\" src=\"https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Rot_04-300x271.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"271\" srcset=\"https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Rot_04-300x271.jpg 300w, https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Rot_04-1024x923.jpg 1024w, https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Rot_04-768x692.jpg 768w, https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Rot_04-1170x1055.jpg 1170w, https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Rot_04.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Ich hatte mich ab 1990 \u00fcber zehn Jahre lang fast ausschlie\u00dflich mit <strong>Informel <\/strong>besch\u00e4ftigt, was auch bedeutet, dass ich irgendwann konsequenterweise die <strong>Farbfeldmalerei<\/strong> studiert und ausprobiert habe.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Auch heute male ich gelegentlich abstrakt. Ich tue es vor allem dann, wenn ich meinen Kopf, angef\u00fcllt mit allerlei Figurationen, wieder frei bekommen m\u00f6chte.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Aber wenn ich dann wirklich an einer abstrakten Komposition arbeite, dann versuche ich, aus dem Bauch heraus tiefer und tiefer in die diffuse Bildsprache des Informel einzudringen: Ich lasse mich treiben &#8211; und es entwickeln sich dann irgendwann wie von selbst Chiffren, K\u00fcrzel und Zeichen, die ich irgendwo in einem Zwischenreich aufgefischt zu haben scheine.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Diese Bildfindungen sind losgel\u00f6st vom Ego und folglich auch frei von jeglicher eitlen Selbstinszenierung &#8211; etwa in Form von technischen Manierismen oder Effekthaschereien. Dementsprechend unsicher bin ich anschlie\u00dfend auch, die so entstandenen Bilder qualitativ zu beurteilen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Ohne eine konkrete Bildidee, einen Plan oder Konzept wage ich jedes Mal eine kleine Abenteuer-Reise: Als \u201eCicerone\u201c dient mir, wie oben schon angedeutet, einzig und allein mein Bauchgef\u00fchl, meine <strong>Intuition<\/strong>.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Mein Gro\u00dfhirn ist erst wieder gefordert, wenn es um das Firnissen und Einrahmen des abstrakten Bildes geht.<\/p>\r\n<h3>Albert Weisgerber Serie<\/h3>\r\n<p>In dieser Serie besch\u00e4ftige ich mich mit dem Maler und Grafiker <strong>Albert Weisgerber<\/strong>, der als aufstrebendes K\u00fcnstler-Talent leider wie viele seiner m\u00e4nnlichen Zeitgenossen sein Leben auf einem Schlachtfeld des ersten Weltkrieges verlor, bevor sich sein Individualstil endg\u00fcltig manifestieren konnte. Meine Konzeption der Serie folgte einer spannenden Frage: In welche Kunstrichtung h\u00e4tte sich Weisgerber weiterentwickelt, wenn er tats\u00e4chlich den Sch\u00fctzengraben \u00fcberlebt h\u00e4tte? Ich malte auf der Grundlage historischer Schwarz-Wei\u00df-Fotos Portr\u00e4ts in verschiedenen Stilrichtungen, die f\u00fcr ihn in Frage h\u00e4tten kommen k\u00f6nnen \u2013 wobei mein pers\u00f6nlicher Tipp in Richtung \u201e<strong>Neue Sachlichkeit<\/strong>\u201c geht. Als guter Zeichner h\u00e4tte er vielleicht den f\u00fcr sich selbst kurz vor seinem Tod entdeckten <strong>Expressionismus<\/strong> irgendwann wieder hinter sich gelassen.<br \/>Als Grafiker, der an eine schnelle Umsetzung seiner Motive gew\u00f6hnt war, lie\u00df Albert \u00fcbrigens viele seiner deutlich mehr Zeit erfordernden \u00d6l-Gem\u00e4lde unvollendet zur\u00fcck, so auch ein verschollenes Selbstportr\u00e4t, f\u00fcr das er sicherlich Extra-Skizzen und Studien von H\u00e4nden h\u00e4tte vornehmen m\u00fcssen, um das Bild fertig zu stellen. Ich habe mir daher erlaubt, in meiner Version \u201e<strong>Weisgerber im Stil des Verismus<\/strong>\u201c eine solche Hand, (:seine linke Hand, mit der rechten musste er ja den Pinsel halten), diesmal durchgearbeitete zu zitieren.<\/p>\r\n<div id=\"attachment_467\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Weisgerber-im-Stil-von-Francis-Bacon.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-467\" class=\"size-medium wp-image-467\" src=\"https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Weisgerber-im-Stil-von-Francis-Bacon-300x300.jpg\" alt=\"Weisgerber in der Maske eines Kriegers\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Weisgerber-im-Stil-von-Francis-Bacon-300x300.jpg 300w, https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Weisgerber-im-Stil-von-Francis-Bacon-150x150.jpg 150w, https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Weisgerber-im-Stil-von-Francis-Bacon-1024x1022.jpg 1024w, https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Weisgerber-im-Stil-von-Francis-Bacon.jpg 1226w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-467\" class=\"wp-caption-text\">Weisgerber in der Maske eines Kriegers<\/p><\/div>\r\n<p>Interessant ist meiner Meinung nach auch das Gem\u00e4lde \u201e<strong>Weisgerber in der Maske des Kriegers in Schwarz-Rot-Gold<\/strong>\u201c. Der St. Ingberter K\u00fcnstler war ein begnadeter Selbstdarsteller und Possenrei\u00dfer, der die B\u00fchne liebte und das Soldatenleben m\u00f6glicherweise zun\u00e4chst neben Prestige-Gewinn, auch als spannendes Abenteuer und Rollenspiel (daher die Maskerade als Krieger) ansah. Das angedeutete Hitler-B\u00e4rtchen unterhalb der Halbmaske deutet auch auf einen anderen Soldaten seiner Kompanie hin, dessen direkter Dienstvorgesetzter Albert Weisgerber gewesen war: Es handelt sich um einen Gefreiten namens A. Hitler.<\/p>\r\n<p>In dem Bild \u201e<strong>Weisgerber als Ikone<\/strong>\u201c schlie\u00dflich setze ich mich leicht ironisch mit dem Hype und Genie-Kult rund um Weisgerber auseinander. Ich selbst lebe seit ein paar Jahren \u00fcbrigens in Alberts Geburtsstadt \u2013 und Weisgerber m\u00e4andrierte im gesamten Jubil\u00e4ums-Jahr 2015 als bedeutendster K\u00fcnstler des Saarlandes und ber\u00fchmtester Sohn der Stadt in mannigfaltigen Gestalten und Formationen durch die Region. In der griechisch-orthodoxen\u00a0Liturgie existieren sogenannte \u201eKuss-Ikonen\u201c, die mit Goldgrund und collagierten Teilen versehen sind &#8211; und die in der Ostkirche im Gottesdienst oder bei Prozessionen sicherheitshalber vor begeisterten Gl\u00e4ubigen mittels Glasscheiben gesch\u00fctzt werden m\u00fcssen. Durch das Anlegen einer Halb-Mas<\/p>\r\n<div id=\"attachment_468\" style=\"width: 267px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Weisgerber-Ikone-im-Prunkrahmen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-468\" class=\"size-medium wp-image-468\" src=\"https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Weisgerber-Ikone-im-Prunkrahmen-257x300.jpg\" alt=\"Weisgerber-Ikone im Prunkrahmen\" width=\"257\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Weisgerber-Ikone-im-Prunkrahmen-257x300.jpg 257w, https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Weisgerber-Ikone-im-Prunkrahmen-877x1024.jpg 877w, https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Weisgerber-Ikone-im-Prunkrahmen.jpg 1278w\" sizes=\"auto, (max-width: 257px) 100vw, 257px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-468\" class=\"wp-caption-text\">Weisgerber-Ikone im Prunkrahmen<\/p><\/div>\r\n<p>ke entzieht sich meine Weisgerber-Interpretation einer eindeutigen Identifizierung und hinterl\u00e4sst eine eher ratlose Fan-Gemeinde. Was k\u00f6nnte f\u00fcr uns \u201eErschauer\u201c und Betrachter nach seiner m\u00f6glichen Apotheose auf dem irdischen \u201ewalk of fame\u201c \u00fcberhaupt noch \u00fcbrig bleiben?<\/p>\r\n<p>Reliquien in Form von Schreibmappen, Postkarten, Stofftaschen und dergleichen, aber sicherlich auch sehr viele, zeitgeschichtlich interessante Original-Grafiken, einige wirklich tolle Bilder, ein bisschen Sternenstaub und, nicht zu vergessen: ein schillernder <strong>K\u00fcnstler-Mythos<\/strong>, den wir Nachgeborenen der Zeit entrissen haben&#8230;<\/p>\r\n<p>Aber das alte Schwarz-Wei\u00df-Foto-Material: unscharf, Albert in Drauf-oder Untersicht, Plastizit\u00e4t: Fehlanzeige&#8230; Eine ziemliche Herausforderung, danach arbeiten zu m\u00fcssen&#8230;. Seine Kinnpartie (wahrscheinlich tendenziell ein \u201efliehendes\u201c Kinn) ist mir \u00fcbrigens ein R\u00e4tsel geblieben. Lustig war f\u00fcr mich die Erkenntnis, dass auch Weisgerber mit den gleichen Fotografien gearbeitet und somit auch mit den gleichen T\u00fccken gek\u00e4mpft zu haben scheint. Nur konnte er nat\u00fcrlich auch zus\u00e4tzlich in den Spiegel schauen.<\/p>\r\n<h3>Vom Bl\u00fchen und Welken<\/h3>\r\n<p><a href=\"https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Centaurea-in-Ueberfangvase_05.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-711\" src=\"https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Centaurea-in-Ueberfangvase_05-224x300.jpg\" alt=\"\" width=\"224\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Centaurea-in-Ueberfangvase_05-224x300.jpg 224w, https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Centaurea-in-Ueberfangvase_05-763x1024.jpg 763w, https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Centaurea-in-Ueberfangvase_05-768x1031.jpg 768w, https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Centaurea-in-Ueberfangvase_05.jpg 894w\" sizes=\"auto, (max-width: 224px) 100vw, 224px\" \/><\/a>Die Arrangements, die ich gerne als \u201eautobiografisch\u201c \u00a0bezeichne, diese ganz besonderen Pflanzen und Gef\u00e4\u00dfe wirken zun\u00e4chst k\u00fchl-distanziert &#8211; und gleichzeitig auch bet\u00f6rend sinnlich. Dabei handelt es sich nicht um Momentaufnahmen, sondern eher um zeitlich verdichtete und r\u00e4umlich entr\u00fcckte Sujets, die vom Bl\u00fchen und Welken erz\u00e4hlen.<\/p>\r\n<p>Vielleicht kn\u00fcpfe ich mit meinen Stillleben an die von mir favorisierte <strong>barocke Vanitas-Symbolik<\/strong> an, die um Sch\u00f6nheit, Eitelkeit und deren Verg\u00e4nglichkeit kreist. Aber auch die hermetischen Bildfindungen des Magischen Realismus haben einen tiefen Eindruck hinterlassen.<\/p>\r\n<p>Wendet man sich als Betrachter den jeweiligen Gesten der Bl\u00fctenst\u00e4nde und Bl\u00e4tter emotional zu und begreift ihren Ausdruck, spricht gar von deren \u201e<strong>Affekten<\/strong>\u201c, dann lassen sich durchaus Parallelen zu unserer eigenen menschlichen Existenz entdecken: junges, hoffnungsvolles Knospen, pathetisch-laute Inszenierungen erbl\u00fchter Pflanzen, Theatralik, Verf\u00fchrung, gespreizter Stolz, Kraft und Wildheit, aber auch Melancholie, Introversion bis hin zu einem finalen Bl\u00fchen, das verzweifelt ein letztes Mal in besonders sch\u00f6ner, zuweilen fremdartig-morbider Farbigkeit vor dem endg\u00fcltigen Absterben der Bl\u00fcte aufscheint.<\/p>\r\n<p>So bilden diese Blumen-Arrangements und ihre geheimnisvollen Gef\u00e4\u00dfe eigentlich das Leben selbst ab, indem sie zwischen Kraft und Zerbrechlichkeit, Schw\u00e4che und Aggression oszillieren.<\/p>\r\n<p>Neben der Magie der Melancholie und der Sehnsucht nach Sch\u00f6nheit enthalten diese Bilder vielleicht auch eine weitere, eher optimistische Botschaft:<\/p>\r\n<p><em>\u201eKunst verwelkt nicht. (\u2026) Wenn der Maler malt, fallen keine Bl\u00e4tter ab, verdorrt kein Gr\u00fcn. (\u2026) So ist in jedem Bild ein bisschen Rebellion gegen das Leben, in dem immer alles, wer wei\u00df warum, vergehen, verblassen, erl\u00f6schen muss.\u201c<\/em><\/p>\r\n<p>Zitat: Hans-Joachim M\u00fcller, In der Malerei verdorrt kein Gr\u00fcn, FAZ 01.11.2005,S.33<\/p>\r\n<h3>Fische<\/h3>\r\n<p><a href=\"https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Hering-Portraet.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-716\" src=\"https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Hering-Portraet-300x227.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"227\" srcset=\"https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Hering-Portraet-300x227.jpg 300w, https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Hering-Portraet-1024x774.jpg 1024w, https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Hering-Portraet-768x580.jpg 768w, https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Hering-Portraet-1170x884.jpg 1170w, https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Hering-Portraet.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Fische &#8211; jene Lebewesen aus dem <strong>Element Wasser<\/strong> &#8211; \u00fcben auf uns Menschen seit jeher eine gro\u00dfe Faszination aus. Sie sind sch\u00f6n anzuschauen mit ihrer stromlinienf\u00f6rmigen Gestalt und der fremdartigen Farbigkeit ihrer Au\u00dfenhaut.<br \/>In Aquarien gelten Fische f\u00fcr manche Zeitgenossen vielleicht sogar als lebendig-schillernde Skulpturen oder <strong>Perpetuum Mobiles<\/strong> in einem geheimnisvollen blauen Farbraum.<\/p>\r\n<p>Unsere Mitgenossen, die Tiere, oftmals von uns Menschen aus unserer pers\u00f6nlichen, bewussten Welt vertrieben und ausgegrenzt, sind dennoch pr\u00e4sent: Sie wohnen unausl\u00f6schbar in uns: In Tr\u00e4umen und in Bildern sind sie Gleichnisse f\u00fcr unsere innere Gestalt.<br \/>Fische gelten seit uralten Zeiten als Fruchtbarkeitssymbol. Dass man freitags Fisch isst, geht letztendlich auf Venus bzw. Ischtar, die babylonische Fischg\u00f6ttin, zur\u00fcck.<br \/>Fische symbolisieren ein Leben aus der Tiefe unserer Seele und Gef\u00fchle, denn Fische leben, in Analogie dazu, in den Tiefen des Wassers. Sich \u201ewie ein Fisch im Wasser\u201c f\u00fchlen bedeutet, in seinem Element, in seiner Mitte zu sein.<br \/>Das Merkmal der Fische ist die Totalit\u00e4t, da sie g\u00e4nzlich von Wasser umgeben sind, jenem flie\u00dfenden Element, das f\u00fcr unsere Gef\u00fchlswelt steht.<\/p>\r\n<p>Fische schlafen \u00fcbrigens mit offenen, lidlosen Augen und bleiben so immer empf\u00e4nglich f\u00fcr die Au\u00dfenwelt. Daher stehen sie als Metapher und Traumsymbol f\u00fcr eine hohe Sensibilit\u00e4t .<br \/>In der analytischen Psychologie stehen Fische f\u00fcr den Gef\u00fchlsbereich der Sexualit\u00e4t. Nach C.-G. Jung stehen sie zugleich f\u00fcr Gedanken und Ahnungen, die aus dem Unbwussten aufsteigen.<\/p>\r\n<p>Aber Fische sind auch kalt und unfassbar: Ans Land gesp\u00fclt und ihres feuchten Elements beraubt m\u00fcssen sie im Sinne eines <strong>Memento Mori<\/strong> sofort sterben und vergehen.<\/p>\r\n<h5>Fishing for complicity<\/h5>\r\n<p>Sch\u00f6ne Augen, gro\u00dfe Augen, aber nicht attraktiv, sondern hypnotisch. Auch um die Farben, die sich magisch sch\u00f6n ineinander weben, braucht sich Monika Fontaine nicht zu k\u00fcmmern. Das Natursch\u00f6ne ihrer Fische wirkt aus sich, zieht in sich. Das ganze passt so wunderbar ins Ambiente, fast in jedes: Ton in Ton, gedeckte Farbe. Es schleicht sich ein in jeden Alltag, in jede Wellness, in jedes Wohnzimmer.<\/p>\r\n<p>W\u00e4ren da nicht die Augen. Das ist Drama. Das macht aus diesen trockengelegten Sch\u00f6nheiten vanitas pur, das macht sie zu Opfern und zur Quintessenz von Verg\u00e4nglichkeit. Wer h\u00e4tte gedacht, dass es daf\u00fcr keiner \u00fcppigen Arrangements von Niederl\u00e4ndern bedarf, sondern blo\u00df eines Augenblicks, aus dem Auge eines Fischs?<\/p>\r\n<p>Das sind nur zwei der wesentlichen Dimensionen von Fontaines Kunst: Die eine l\u00e4dt ein: Symmetrie, Halbprofil, Ton in Ton und Harmonie. Die andere Seite aber st\u00f6rt, l\u00e4sst nichts davon genie\u00dfen, kippt die Deko ins Erlebnis. Wer genauer hinschaut, sieht noch mehr: Fontaine malt nicht gegenst\u00e4ndlich, sie malt abstrakt. Es gibt zwar Farbe und Form, aber es gibt kein Oben, kein Unten, es gibt keine Tiefe, und es gibt doch den Zoom, der so nah ist, wie man es in der Natur niemals wagen w\u00fcrde. Natur kennt Fische anders. Wir kennen sie anders. Wir bestaunen sie hinter Glas (im Aquarium), oder zigfach anonymisiert auf Eis im Laden. Aber so nahe, so nahegehend?<\/p>\r\n<p>Ein Fisch hat nicht viel zu bieten. Meister der Pferdemalerei wie Kr\u00fcger, Herring, Wouwerman h\u00e4tten nicht viel Spa\u00df an ihnen gehabt, keine Muskulatur, keine Performance, kein Individuum, kein Wertobjekt, nur Plattheit, Gr\u00e4ten und Schillern. Jeder Fisch ist blo\u00df Fisch, und stets einer von vielen. Wie die vielen Betrachter davor. Die schauen auch intensiv, auf der Suche nach guter Kunst, nach neuen Erfahrungen, vergessen ihr Selbst und finden es leider doch nicht wieder bei so vielem, was sich Kunst nennt und keine ist.<\/p>\r\n<p>Fontaine wandelt diese Fische in Pers\u00f6nlichkeiten, sie spiegeln die Betrachter, und das ohne Grinsen der Gioconda. Ein Fisch l\u00e4chelt nicht. Wie wir, wie so viele, die nicht in Best- und Portr\u00e4tlaune sind.<\/p>\r\n<p>Aber er hat Magie: sein Blick trifft, h\u00e4lt fest, erinnert, weckt. Was braucht man, was will man mehr von Kunst?<\/p>\r\n<p>Joachim Fontaine<\/p>\r\n<h3>Koimania<\/h3>\r\n<p class=\"western\"><a href=\"https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Grosse-Kois-auf-Gold_Enso-Motiv.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-715 alignright\" src=\"https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Grosse-Kois-auf-Gold_Enso-Motiv-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Grosse-Kois-auf-Gold_Enso-Motiv-300x300.jpg 300w, https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Grosse-Kois-auf-Gold_Enso-Motiv-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Grosse-Kois-auf-Gold_Enso-Motiv-150x150.jpg 150w, https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Grosse-Kois-auf-Gold_Enso-Motiv-768x767.jpg 768w, https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Grosse-Kois-auf-Gold_Enso-Motiv-1170x1169.jpg 1170w, https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Grosse-Kois-auf-Gold_Enso-Motiv.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Seit 2006 besch\u00e4ftige ich mich nun thematisch mit <strong>Kois<\/strong> \u2013 den besonderen Karpfen mit ihren schillernd-roten, plakativen Zeichnungen auf ihren Fischleibern, die \u2013 sobald sie von gesch\u00fctzten Teichen in die Wildnis von Fl\u00fcssen und Seen entlassen werden, unscheinbar, sprich: farblos werden und ihre individuellen Musterungen und herrlichen Farben verlieren.<br \/>Fasziniert von der japanischen<strong> Rinpa-School<\/strong>, die im 17. Jahrhundert um den gro\u00dfen Meister Ogata Korin kreiste, versuche ich mich dem Gestaltungskanon der asiatischen Kunst anzun\u00e4hern.<br \/>Die Rinpa-School oder auch Rimpa-School bringt ihre stilisierten Motive traditionell auf Gold- oder Silbergrund auf. Die Technik des Vergoldens mit Kompositionsgold war, technisch gesehen, zun\u00e4chst eine gro\u00dfe Herausforderung, der ich mich stellen musste, um solche \u00fcber Raum und Zeit erhabene Koi-Figurationen zu entwickeln.<\/p>\r\n<p class=\"western\">Das Motiv der Kois sucht man in der traditionsreichen Rinpa-School \u00fcbrigens vergeblich: Die sch\u00f6nen Kois in ihrer jetzigen Form wurden erst im 19. Jahrhundert gez\u00fcchtet, so dass ich meine Fische im Spannungsfeld von Illusionismus und Stilisierung selbst entwickeln musste, da ich auf keinerlei Vorbilder in der Kunst jener Zeit zur\u00fcckgreifen kann.<br \/>Kois gelten in der asiatischen Welt als <strong>Metaphern f\u00fcr Gl\u00fcck und Reichtum<\/strong>. Auch wir Europ\u00e4er k\u00f6nnen uns der Magie dieser Motive mit ihrer Aura von <strong>Ikonen<\/strong>, die sich immer wieder <strong>kaleidoskopartig<\/strong> neu zu ordnen scheinen, kaum entziehen \u2013 sie sind meditativ und gleichzeitig voller Energie. Ich pers\u00f6nlich scheine diesen Kois verfallen zu sein. So erkl\u00e4rt sich wohl auch der Name f\u00fcr meine Serie: <strong>Koimania<\/strong>.<\/p>\r\n<p>Weitere Bilder aus der Serie Koimania finden sich unter dem Men\u00fcpunkt Werke &#8211;&gt; Gem\u00e4lde \u2013&gt; Tiere \u2013&gt; Fische \u2013&gt; Koimania<\/p>\r\n<h3>Fr\u00fcchte und Gem\u00fcse<\/h3>\r\n<p class=\"western\"><a href=\"https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Granataepfel_Studie02.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-712\" src=\"https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Granataepfel_Studie02-300x255.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"255\" srcset=\"https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Granataepfel_Studie02-300x255.jpg 300w, https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Granataepfel_Studie02-1024x870.jpg 1024w, https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Granataepfel_Studie02-768x653.jpg 768w, https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Granataepfel_Studie02-1170x995.jpg 1170w, https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Granataepfel_Studie02.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Sinnlich, voller Opulenz, kraftstrotzend-diesseitig und geerdet sollen meine Fr\u00fcchtestillleben auf den Betrachter wirken.\u00a0Manchmal liefert sich eine Frucht ein regelrechtes <b>Farbenduell<\/b> mit den sie umgebenden anderen Fr\u00fcchten oder sie umfangenden Geschirrteilen oder Tapeten, Tischt\u00fcchern und dergleichen. Hier m\u00f6chte ich nat\u00fcrlich <b>Paul C\u00e9zanne<\/b> nennen, der mich mit seiner Gestaltungsregel der \u201e<b>Modulation<\/b>\u201c inspiriert hat, innerhalb eines einzelnen Formgef\u00fcges souver\u00e4n von kalten in Richtung warme Farben zu modulieren.<\/p>\r\n<p class=\"western\">Ein bewusster Umgang mit den <b>Farbkontrasten<\/b> steigert die Wirkung eines jeden Stilllebens: der bereits erw\u00e4hnte <b>Kalt-Warm-Kontrast <\/b>ebenso wie der Komplement\u00e4r-Kontrast: <b>Vincent van Gogh<\/b> absorbierte die bildnerischen Mittel des japanischen Farbholzschnittes, auch andere Pioniere der klassischen Moderne machten den <b>Komplement\u00e4r-Kontrast<\/b> zu ihrem wichtigsten Stilprinzip.<\/p>\r\n<p class=\"western\">Gerne verwende ich perspektivische Tools der klassischen Moderne, wie zum Beispiel eine <b>\u00fcbersteigerte Perspektive<\/b>, die ins Fl\u00e4chenhafte umzukippen droht. Ebenso vermeide ich durch eine krasse Draufsicht erfolgreich eine unn\u00f6tige Raumtiefe. Denn Perspektive in Bildkompositionen ist streng genommen eine L\u00fcge! Ich versuche in meinen Kompositionen eher, farbige Teilfl\u00e4chen in Spannung zueinander zu setzen.<\/p>\r\n<p class=\"western\">Paul C\u00e9zannes Postulat von der Kunst als einer Sch\u00f6pfung \u201e<b>parallel zur Natur<\/b>\u201c hat einen tiefen Eindruck bei mir hinterlassen: Wer ein Bildmotiv genauer erfassen will, sprich ein naturalistisch-genaues Abbild machen m\u00f6chte, sollte lieber zum Fotoapparat greifen.<\/p>\r\n<p class=\"western\">Als Malerin nehme ich mir viele gestalterische Freiheiten heraus: So deute ich die \u201e<b>Stofflichkeit<\/b>\u201c meiner Fr\u00fcchte manchmal mutwillig um und verfremde ihre Anmutung: Ich stelle ich mir zum Beispiel vor, dass ein gesch\u00e4lter Apfel eine kleine Holzskulptur sein k\u00f6nnte, die Schale eines Granatapfels aus Papier oder Glas best\u00fcnde. Eine Quitte interpretiere ich zum Beispiel kurzerhand als einen weiblichen R\u00fcckenakt.<\/p>\r\n<p class=\"western\">Auf diese Weise entstehen \u00fcberraschende Anmutungsqualit\u00e4ten voller Sinnlichkeit, die den Betrachter vielleicht verf\u00fchren werden \u2013 zu einem Augenschmaus.<\/p>\r\n<p class=\"western\"><b>Marcel Proust<\/b> kommentierte einst:<\/p>\r\n<p class=\"western\">\u201e<i>Von Chardin haben wir gelernt, dass eine Birne so lebendig wie eine Frau, dass ein gew\u00f6hnlicher Tonkrug so sch\u00f6n wie ein Edelstein ist. Der Maler proklamiert die g\u00f6ttliche Gleichheit aller Dinge \u2013 vor dem Geist, der sie betrachtet, vor dem Licht, das sie versch\u00f6nt.\u201c<\/i><\/p>\r\n<h3>Landschaften<\/h3>\r\n<p class=\"western\"><a href=\"https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Apfelbaum-mit-gelbem-Himmel03.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-713 alignright\" src=\"https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Apfelbaum-mit-gelbem-Himmel03-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Apfelbaum-mit-gelbem-Himmel03-300x225.jpg 300w, https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Apfelbaum-mit-gelbem-Himmel03-1024x766.jpg 1024w, https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Apfelbaum-mit-gelbem-Himmel03-768x575.jpg 768w, https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Apfelbaum-mit-gelbem-Himmel03-1170x876.jpg 1170w, https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Apfelbaum-mit-gelbem-Himmel03.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>\u00dcber sehr viele Jahre hinweg f\u00fchrte das Sujet Landschaft in meinem Atelier eher ein Schattendasein. Ich vermute, dass dieser Umstand eine Gegenreaktion auf die Begeisterung meines Vaters f\u00fcr die <strong>impressionistische Freilichtmalerei<\/strong> war. Zugegeben: es existieren herrliche Landschaftsbilder aus dieser Zeit- vor allem Monets Winterbilder bewundere ich vorbehaltlos.<\/p>\r\n<p class=\"western\">Interessanterweise \u00f6ffnet sich mit dem Winter-Thema f\u00fcr mich eine weitere Ebene, n\u00e4mlich die der Symbolik Absterbens der Natur, ihrer Erstarrung, die wiederum mit der Gewissheit eines Wiedererwachens der Natur im darauffolgenden Fr\u00fchlings verkn\u00fcpft ist.<br \/>Das Lichtgest\u00f6ber der Freiluftszene mit ihrer sogenannten \u201eNetzhautmalerei\u201c reicht mir einfach nicht aus, um einen Malprozess auszul\u00f6sen. Mir ist diese Malerei im wahrsten Sinne des Wortes etwas zu luftig. Und ein weiterer, gewichtiger Umstand kommt hinzu: Ich male am liebsten in meinem wind-und wettergesch\u00fctzten Atelier.<\/p>\r\n<p class=\"western\">Mein Interesse gilt schon immer den <strong>Seelenlandschaften<\/strong> der Romantiker, den enigmatischen Landschaften der Symbolisten, und den intensiven Bildern der Nabis, die von Sehnsucht nach Authentizit\u00e4t und der Suche nach der verlorenen Unschuld getrieben waren.<br \/>Landschaftsbilder von Edvard Munch und Felix Valloton finde ich ebenso inspirierend wie die k\u00f6stlichen Farbwelten eines Pierre Bonnard.<br \/>Auff\u00e4lligerweise dominieren in meinen bisherigen Landschaftsbildern <strong>B\u00e4ume<\/strong>, denen die Menschen schon immer magische Kr\u00e4fte zugeschrieben haben. Einige von ihnen scheinen in meinen Bildern das Sonnenlicht regelrecht anzuziehen &#8211; oder sie breiten aktiv besch\u00fctzend ihr gewaltiges Astwerk \u00fcber Wiesen und Feldern aus.<\/p>\r\n<p class=\"western\">In der Kosmologie der Kelten findet man den sogenannten Weltenbaum. Darunter muss man sich eine Art mythischen Baum vorstellen, der das ganze Universum bedeutet; er hat seine Wurzeln in der Unterwelt, im Unbewussten; sein Stamm ist die Erde, das Bewu\u00dftsein; seine Zweige reichen in die \u00dcberwelt, ins Transzendente. Und damit ist er letztlich auch ein Symbol der menschlichen Lebensreise.<br \/>Eine meiner n\u00e4chsten Bildserien werde ich dem Sujet Landschaft widmen: Es sollen Bilder <strong>n\u00e4chtlicher G\u00e4rten<\/strong> werden, deren Pflanzen in ein geheimnisvoll-fahles Licht getaucht sein werden. Ein erstes Bild der Serie ist schon fertig: ein 70 x 100 cm gro\u00dfer Klatschmohn.<\/p>\r\n<h3>Portr\u00e4ts<\/h3>\r\n<p><a href=\"https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Frida-mit-der-Pfauenfeder_artSolitaire.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-714\" src=\"https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Frida-mit-der-Pfauenfeder_artSolitaire-250x300.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Frida-mit-der-Pfauenfeder_artSolitaire-250x300.jpg 250w, https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Frida-mit-der-Pfauenfeder_artSolitaire-852x1024.jpg 852w, https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Frida-mit-der-Pfauenfeder_artSolitaire-768x923.jpg 768w, https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Frida-mit-der-Pfauenfeder_artSolitaire.jpg 998w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a>Wenn man sich als Malerin f\u00fcr das Thema Portr\u00e4t interessiert, betritt man ein Gel\u00e4nde voller Tretminen: Da gibt es in Zeiten des Fotorealismus die vielen Gesichter aus Fotokampagnen, Film und Fernsehen, bei denen man sich als Betrachter und Konsument nie sicher sein kann, ob diese \u201eAbbilder\u201c nicht nachtr\u00e4glich manipuliert wurden. Es gibt nat\u00fcrlich auch den Wunsch der Portr\u00e4tierten, m\u00f6glichst vorteilhaft ins Szene gesetzt zu werden. Jeder Mensch hat schlie\u00dflich ein korrigiertes, seitenverkehrtes und h\u00e4ufig auch gesch\u00f6ntes <strong>Idealbild<\/strong> seiner selbst in seiner Vorstellung abgespeichert \u2013 und das soll der Maler nun bittesch\u00f6n m\u00f6glichst genau so abrufen!<br \/>Schon der deutsche Impressionist <strong>Max Liebermann<\/strong> beschwerte sich \u00fcber die hohen Anspr\u00fcche seiner Kunden in puncto Portr\u00e4t-\u00c4hnlichkeit. Ironisch versprach er den Leuten, dass er den Portr\u00e4ts zus\u00e4tzlich noch beibringen k\u00f6nnte, Papa und Mama zu sagen.\u00a0Wie aber tritt man als Kunstschaffende in Konkurrenz zur \u00a0Fotografie, die ja die Aufgabe der Bildnis-Malerei bereits absorbiert hat? Erkennt sich der Portr\u00e4tierte im Gem\u00e4lde \u00fcberhaupt wieder oder wendet er sich mit Grausen ab, weil er sich unverstanden f\u00fchlt &#8211; oder sich m\u00f6glicherweise durchschaut f\u00fchlt? Und was bewegt das Portr\u00e4t einer wildfremden Person, wom\u00f6glich aus ferner Zeit, im Betrachter selbst? Distanz oder Empathie? Ist es ein Anreiz zur Selbstreflexion?<\/p>\r\n<p>Wie sch\u00f6n ist es f\u00fcr mich, meine Klientel aus<strong> historischen Pers\u00f6nlichkeiten<\/strong> zu rekrutieren, die niemals Einw\u00e4nde gegen meine Interpretationen erheben k\u00f6nnten! Schon seit meiner Studienzeit faszinieren mich die herrlichen \u201eRitrattos\u201c (italienisch nat\u00fcrlich \u201eritratti\u201c)\u201c und \u201eKonterfeis\u201c der <strong>Renaissance<\/strong> und des <strong>Manierismus<\/strong>, all die bet\u00f6rend-sch\u00f6nen Piero della Francescas, Baldovinettis, Pollaiuolos, Settignanos und dergleichen aus dem ausgehenden Trecento und Quattrocento in Italien. Sie sind in ihrer schlichten Komposition ohne Tricks, Prunk,Pracht, farblich und auch Kost\u00fcm-technisch noch eher dem Sp\u00e4tmittelalter verpflichtet. In der Hochrenaissance begann der Siegeszug des spanischen Hofzeremoniells &#8211; und damit kamen dann auch f\u00fcr lange Zeit all die feierlich-traurigen schwarzen Outfits in Mode. Trendsetter war \u00fcbrigens kein Spanier gewesen, sondern ausgerechnet ein schmucker Italiener namens Baldassare <strong>Castiglione<\/strong>, der in seiner Style-Bibel und Benimm-Schule den perfekten Hofmann (\u201eCortegiano\u201c) kreiert hatte.<\/p>\r\n<div id=\"attachment_465\" style=\"width: 247px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Laura-Battifferi.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-465\" class=\"size-medium wp-image-465\" src=\"https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Laura-Battifferi-237x300.jpg\" alt=\"Laura Battifferi\" width=\"237\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Laura-Battifferi-237x300.jpg 237w, https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Laura-Battifferi-808x1024.jpg 808w, https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Laura-Battifferi.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 237px) 100vw, 237px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-465\" class=\"wp-caption-text\">Laura Battifferi<\/p><\/div>\r\n<p>Daher habe ich keinerlei Hemmungen, meine historischen Personen wie Papier-Puppen mittels Collage- und Decoupage-Technik neu einzukleiden. Das triste Original-Outfit der Schriftstellerin <strong>Laura Battiferri<\/strong> von Agnolo Bronzino, ( nebenbei bemerkt meiner Meinung nach das aufregendste weibliche Profil der Kunstgeschichte !), wurde genauso ausgetauscht wie die Kleider anderer Personen. Der Goldgrund als abstrahierter Hintergrund erzeugt eine synthetische Leerstelle, die vom Betrachter dann symbolisch aufgeladen werden darf. Die Portr\u00e4tierten geraten unfreiwillig zu Ikonen &#8211; auf der Grenze zwischen individuellem Charakter und Kunstfigur.<\/p>\r\n<p>Gro\u00dfen Spa\u00df hat mir auch das Styling meiner\u00a0<strong>Frida Kahlo<\/strong>-Portr\u00e4ts gemacht: Frisur, Kleidung und Schmuck oder eine pr\u00e4kolumbianische Papageien-Figur aus Ton, ebenso ihre exotisch-indigenen Gesichtsz\u00fcge sollen nicht Fridas eigene Selbstportr\u00e4ts wiederholen, sondern eher erg\u00e4nzen und interpretieren. Ich orientierte mich an Frida-Fotografien aus den vierziger und f\u00fcnfziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Meiner Meinung nach sieht sie auf den Fotos von Gis\u00e8le Freund und Nicolas Murray viel h\u00fcbscher, weicher, sinnlicher aus als auf ihren kraftvollen und doch auch schonungslosen Selbstportr\u00e4ts, die von ihrer Einsamkeit und ihren Schmerzen zu erz\u00e4hlen scheinen, von gelebtem Exotismus und, wie Ingrid Brugger schreibt, von &#8222;einem Sichaufb\u00e4umen gegen das Sterbenwollen des l\u00e4dierten K\u00f6rpers&#8220;. Fridas Selbstportr\u00e4ts sind ein Amalgam aus Eros, Eigensch\u00f6nheit, H\u00e4sslichkeit und k\u00f6rperlichen Defiziten. Aus dieser ebenso authentischen wie schonungslosen Bestandsaufnahme ihrer Gesichts- und K\u00f6rper-Landschaften resultiert letztlich die Raffinesse und auch der emotionale Schock ihrer gro\u00dfartigen Bilder auf der Grenze zur Kunstlosigkeit. Zusammen \u00a0On-Off-Ehemann Diego Rivera und Frida formten zusammen jene \u00a0wilde und fremdartige, aztekische Prinzessin. Dieses Image hat sich tief in unser kollektives visuelles Ged\u00e4chtnis eingegraben. \u00a0In unserer medialisierten Welt entwickelte sich daraus ihr zeitloser Starfaktor. Diesen anhaltenden Hype um diese Kultfigur mit dem Damenbart und den zusammengewachsenen Augenbrauen, die wie Schwingen eines Vogels zum Flug ansetzen wollen, zapfe ich mit meiner kleinen Serie an.<\/p>\r\n<p>Frida\u00a0schien damals, w\u00e4hrend der Fotostrecke, mit dem Fotoapparat (oder dem Fotograf Murray!) regelrecht geflirtet zu haben. ich bin mir sicher, dass sie ihre Starqualit\u00e4ten als Ikone und folkloristisches Gesamtkunstwerk genossen hat&#8230;.<\/p>\r\n<h3>Tiere<\/h3>\r\n<p class=\"western\"><a href=\"https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Tukan-mit-Palmherz_Tageslicht.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-717\" src=\"https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Tukan-mit-Palmherz_Tageslicht-219x300.jpg\" alt=\"\" width=\"219\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Tukan-mit-Palmherz_Tageslicht-219x300.jpg 219w, https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Tukan-mit-Palmherz_Tageslicht-746x1024.jpg 746w, https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Tukan-mit-Palmherz_Tageslicht-768x1054.jpg 768w, https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Tukan-mit-Palmherz_Tageslicht.jpg 874w\" sizes=\"auto, (max-width: 219px) 100vw, 219px\" \/><\/a>Die Besch\u00e4ftigung mit Tierportr\u00e4ts entspringt meiner generellen Neugier hinsichtlich Gesichtern und ihrer physiognomischen Besonderheiten.<\/p>\r\n<p class=\"western\">Mit Spiegelneuronen ausgestattet, lernt ja schon ein Kind, in den Gesichtern anderer Menschen zu lesen. Was spricht dagegen, das Gleiche auch mit Hunde-oder H\u00fchnergesichtern zu tun? Schlie\u00dflich spricht der Buddhismus jedem Tier eine <b>Individualseele <\/b>zu.<\/p>\r\n<p class=\"western\">Vor allem das Malen meiner H\u00fchner hat mir pers\u00f6nlich gro\u00dfes Vergn\u00fcgen bereitet: Ich habe jedes einzelne Huhn vor einer malerischen Tapete inszeniert, deren Muster den jeweiligen Charakter des Huhnes unterstreichen soll. Dabei war es mir wichtig, das Thema Tier-Portr\u00e4t nicht ins Albern-Pittoreske, Makaber-Skurrile oder L\u00e4cherliche abgleiten zu lassen, sondern, soweit \u00fcberhaupt m\u00f6glich, einen w\u00fcrdevollen und anmutigen Ausdruck zu suchen. Von Sch\u00f6nheit l\u00e4sst sich, glaube ich, bei H\u00fchnern wohl eher nicht sprechen, eher von Charakter. Das Portr\u00e4t des respektablen Hahnes Percy ist von der Anmutung eher einem barocken Herrscherportr\u00e4t nachempfunden. Dazu h\u00e4tte wie bei Loveley Cindy einfach keine Blumentapete gepasst.<\/p>\r\n<p class=\"western\">Ich hatte an einem der Sonntage im Fr\u00fchsommer 2014 auf einem Demeter-Hof nahe St. Ingbert meine H\u00fchnerbilder openair ausgestellt. Dort lebte zu dieser Zeit nur ein einziges Hofhuhn, besser gesagt eine rebellische H\u00fchnerdame namens Coc-au-Vin, die einzige \u00dcberlebende eines n\u00e4chtlichen H\u00fchnerstall-Massakers durch einen r\u00e4uberischen Fuchs war. Das einsame Hofhuhn be\u00e4ugte sichtlich interessiert die um einen Baumstamm gruppierten H\u00fchnerbilder, entschied sich dann tats\u00e4chlich, zu Hahn Percy mittels Schnabel-Picken Kontakt aufzunehmen. Oscar Wilde bemerkte einmal: &#8222;<em>Die Kunst spricht von Seele zu Seele<\/em>.&#8220;<\/p>\r\n<h3>Alte Puppen<\/h3>\r\n<p><a href=\"https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Alte-Puppe-mit-Spitzenkleid.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-710 alignright\" src=\"https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Alte-Puppe-mit-Spitzenkleid-214x300.jpg\" alt=\"\" width=\"214\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Alte-Puppe-mit-Spitzenkleid-214x300.jpg 214w, https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Alte-Puppe-mit-Spitzenkleid-730x1024.jpg 730w, https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Alte-Puppe-mit-Spitzenkleid-768x1077.jpg 768w, https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Alte-Puppe-mit-Spitzenkleid.jpg 856w\" sizes=\"auto, (max-width: 214px) 100vw, 214px\" \/><\/a>Zu meinem 15. Geburtstag durfte ich mir auf dem Metzer Flohmarkt eine alte Puppe aussuchen. Ich erinnere mich noch, dass es leicht nieselte. Und irgendwo zwischen Kisten und K\u00e4sten, Kartons und Kleiderst\u00e4ndern entdeckte ich sie dann, meine wundersch\u00f6ne Puppe. Sie war allerdings etwas ramponiert &#8211; mit verfilzter Per\u00fccke und zerschlissenem Spitzenkleid. Sie wirkte fragil, verletzlich und etwas morbide &#8211; und l\u00f6ste damals sofort meinen Besch\u00fctzerinstinkt aus.<\/p>\r\n<p>Aus der Modepuppe entwickelte sich im 19. Jahrhundert die Puppe der Kinderstube, mit der das heranwachsende M\u00e4dchen damals \u00fcbrigens bis zur Pubert\u00e4t spielte. Danach verschwand das Spielzeug in Kartons, in Schr\u00e4nken und auf Dachb\u00f6den.<br \/>Die Puppen, die ich als Modelle ausw\u00e4hle, sind ausnahmslos zwischen 1900 bis 1930 entstanden. Dabei ist es mir ein Anliegen, jede einzelne Puppe in einem ihr eigent\u00fcmlichen Farbraum darzustellen.<br \/>Das gelingt mir m\u00f6glicherweise durch die Verwendung <strong>subjektiver Farben<\/strong>, d.h. einer Vielzahl warmer und kalter Farbnuancen und Farbkontraste, die von den realen Farben stark abweichen k\u00f6nnen.<br \/>Bei Puppen handelt es sich um staunenswerte Gebilde, um eigent\u00fcmliche <strong>Zwitterwesen<\/strong>. Irgendwo zwischen Mensch und Ding verortet, gleichen ihre Physiognomie-Daten eher stereotypen Bildformeln. Eine wichtige Eigenart, das Moment des Einzigartig-Zuf\u00e4lligen, die sogenannte Okkasionalit\u00e4t, die das Individuum als unverwechselbare Person ausweist, scheint den Puppen zu fehlen. Und trotzdem wirken gerade alte Puppen auf magische Weise beseelt.<br \/>Die Ebenm\u00e4\u00dfigkeit der Gesichtsz\u00fcge, die Reglosigkeit der teilweise ramponierten K\u00f6rper, die verwischten Bemalungen im Bereich der Wimpern und Augenbrauen, die knospenartigen M\u00fcndchen, die makel- und faltenlose Gl\u00e4tte der Gesichts-Oberfl\u00e4chen, auch die verstaubten Per\u00fccken-Frisuren und zerschlissenen Kleidchen l\u00f6sen beim Betrachter mitunter eine Skala starker Gef\u00fchle aus: von Besch\u00fctzerinstinkten, gepaart mit puppenm\u00fctterlicher W\u00e4rme und Gl\u00fcckseligkeit, Sehnsucht nach Geborgenheit, bis hin zu Unlust, Unbehagen, Schrecken, Ablehnung und Ekel.<\/p>\r\n<p>Meine gemalten Puppen w\u00fcrde ich nicht als sch\u00f6n bezeichnen. Sie l\u00f6sen als Vanitas-Symbole und Metaphern f\u00fcr Verg\u00e4nglichkeit mit ihren fehlenden oder verdrehten Gliedern, Verschmutzungen, sprich: ihrer mangelnden Perfektion eher Unbehagen aus. Aus den Puppengesichtern blickt eine fremde Kindheit zu uns her\u00fcber: Fragil, verletzlich, melancholisch \u2013 und dennoch ungeheuer pr\u00e4sent, kraftvoll, sogar tr\u00f6stlich.<br \/>Und all diese Gef\u00fchle verm\u00f6gen es vielleicht, ein Tor zu \u00f6ffnen: zu unserem eigenen, weit entfernten Kinder-Ich &#8211; und vielleicht auch zu der l\u00e4ngst verlorenen Kindheit unserer M\u00fctter und Gro\u00dfm\u00fctter.<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Abstraktion Ich hatte mich ab 1990 \u00fcber zehn Jahre lang fast ausschlie\u00dflich mit Informel besch\u00e4ftigt, was auch bedeutet, dass ich irgendwann konsequenterweise die Farbfeldmalerei studiert und ausprobiert habe. Auch heute male ich gelegentlich abstrakt. 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