{"id":703,"date":"2023-01-29T08:30:35","date_gmt":"2023-01-29T08:30:35","guid":{"rendered":"https:\/\/mo-fontaine.de\/?page_id=703"},"modified":"2023-01-29T09:50:40","modified_gmt":"2023-01-29T09:50:40","slug":"plastiken","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/mo-fontaine.de\/?page_id=703","title":{"rendered":"Plastiken"},"content":{"rendered":"<p>Mein k\u00fcnstlerisches Interesse galt schon w\u00e4hrend meines Studiums dem weiblichen K\u00f6rper. In meinen Aktzeichnungen thematisiere ich bevorzugt den mir seit Kindertagen vertrauten, f\u00fclligen K\u00f6rper meiner Mutter mit volumin\u00f6sen, massige Schenkeln, proportional kleinen Br\u00fcste, fleischigen Po-Backen und langem Hals. Genau wie bei Niki de Saint Phalles \u201eNanas\u201c oder Henry Moores \u201eNudes\u201c ist die Kopf-Partie f\u00fcr ein Kleinkind von weitaus geringerer Bedeutung als die \u201eK\u00f6rper-Landschaft\u201c einer Mutter, Daher verschwindet bei mir wohl der Kopf auch folgerichtig in Stilistik des Torsos (lateinisch tursus = Rumpf) ganz von der Bildfl\u00e4che.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Figurine-im-Spaghat-Rueckenansicht.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-718\" src=\"https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Figurine-im-Spaghat-Rueckenansicht-207x300.jpg\" alt=\"\" width=\"207\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Figurine-im-Spaghat-Rueckenansicht-207x300.jpg 207w, https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Figurine-im-Spaghat-Rueckenansicht-707x1024.jpg 707w, https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Figurine-im-Spaghat-Rueckenansicht-768x1112.jpg 768w, https:\/\/mo-fontaine.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Figurine-im-Spaghat-Rueckenansicht.jpg 829w\" sizes=\"auto, (max-width: 207px) 100vw, 207px\" \/><\/a>Diese m\u00fctterlichen Proportionen, die so gar nicht dem Sch\u00f6nheits-Ideal unserer heutigen metrosexuellen und eher androgynen \u00c4sthetik entsprechen, verarbeite ich auch in meinen Figurinen. Und dabei begegne ich naturgem\u00e4\u00df in Ans\u00e4tzen immer auch meinem eigenen weiblichen K\u00f6rper.<br \/>\nSeit dem Wegfall des Korsetts um das Jahr 1900 sporteln, hecheln und schwitzen Frauen rund um den Globus. Neben zahlreichen Di\u00e4ten wurden spezielle Trainingsprogramme f\u00fcr sogenannte \u201eProblemzonen\u201c entwickelt. So ringt man als moderne Frau versch\u00e4mt um seine K\u00f6rper-W\u00fcrde und -Identit\u00e4t &#8211; und k\u00e4mpft um einen schlanken, muskelgest\u00e4hlten K\u00f6rper, der einem aufgrund weiblicher Hormone von der Natur versagt wurde. Quellende Frauenb\u00e4uche, gro\u00dfe h\u00e4ngende Br\u00fcste, breite Becken, Reithosen-Oberschenkel werden als ebenso absto\u00dfend empfunden wie die ausufernden D\u00fcnenlandschaften schlaffer Hautoberfl\u00e4chen voller Gr\u00fcbchen und Dellen. Aber genau solche Problemzonen mit schweifenden Formen und quellenden Volumina sind ein El Dorado f\u00fcr BildhauerInnen und AktzeichnerInnen!<\/p>\n<p>Die Gr\u00f6\u00dferen meiner Figurinen (\u201eTorso als Vase\u201c und \u201eSitzende\u201c) sind aus glasiertem Ton gearbeitet, also klassische Keramiken. Die kleineren Figurinen (z.B. \u201eFigurine im Spaghat\u201c) wurden hingegen mit einer neuartigen Modelliermasse namens Super Sculpey (von Eberhard Faber) gearbeitet.<br \/>\nLeider kann ich wegen meiner eher zarten Handgelenke keine Stein-Skulpturen schaffen. Selbst der als weich geltende Sandstein ist f\u00fcr meine Gelenke und Skelettmuskulatur nicht geeignet, so dass ich mich als Alternative vor ein paar Jahren mal dem Material Ytong zuwandte und einige Torsos daraus fertigte. Wenn man die fertigen Ytong-Skulpturen mit Tiefgrund (in jedem Baumarkt erh\u00e4ltlich) behandelt, dann sind sie wetter-und frostfest. Man kann ihnen mittels Farbe auch eine Patina verpassen, so dass z. B. eine Sandstein-Optik erzielt werden kann. An einer Kunsthochschule w\u00fcrden die Dozenten einen wegen solcher Materialien und \u201eTricks\u201c teeren, federn und anschlie\u00dfend noch vierteilen. Das Zauberwort hei\u00dft dort n\u00e4mlich \u201eWerkgerecht\u201c. Klopf! Klopf! Staub! Splitter! Die Ytong-Torsos tauchen daher nicht auf meiner Webseite auf. Sorry!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mein k\u00fcnstlerisches Interesse galt schon w\u00e4hrend meines Studiums dem weiblichen K\u00f6rper. In meinen Aktzeichnungen thematisiere ich bevorzugt den mir seit Kindertagen vertrauten, f\u00fclligen K\u00f6rper meiner Mutter mit volumin\u00f6sen, massige Schenkeln, proportional kleinen Br\u00fcste, fleischigen Po-Backen und langem Hals. 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